Stamm Geschwister Scholl - Rüppurr/Beiertheim
 
 
 

INHALT:

Pfingstlager 2008

von Philipp und Timo

„Es gibt kein Pfingstlager“, hieß es auf dem Bezirksrat Dezember 2007.

Das konnten wir nicht auf uns sitzen lassen und suchten eine Möglichkeit mit unseren Gruppenkindern dennoch wegzufahren und fanden diese im neu gegründeten Stamm in Bretten, den wir vom Landesschulungscamp 2007 in Narbonne Plage und vom „100 Jahre Pfadfinderkongress“ in Stuttgart kannten.

So brachen wir, sechs Kinder der Gruppe Schneefüchse und fünf der Gruppe Säbelzahntiger, mit der Straßenbahn vom Karlsruher Hbf gen Bretten auf. Nach einem kurzen Fußmarsch kamen wir auf dem Lagerplatz an. Er lag an Brettens Stadtrand, eingeschlossen vom Brettener Wald, zwischen momentan stillgelegten Gleisen und einer nicht hörbaren Bundesstraße. Schon nach kurzer Zeit konnte man auf dem Zeltplatz ein Pfadfinderdorf aus neun Kohten für die Kinder, einer Leiterjurte und einem großen Versammlungszelt (Theaterjurte) entstehen sehen. Welche sich dann nach und nach mit eintrudelnden Brettener Kindern füllten.

Nachdem der brasilianische Meisterkoch Allan Beuster für die Meute ein sechs Sterne Menü auf den Boden gezaubert hatte, konnten sich die 28 Kinder beim Spielen kennen lernen. Als es dunkel war verließen wir leise das Dorf, um in die Burg am Gipfel des Berges zu gelangen. Leider wurde die Festung von mit 4 Fackeln bewaffneten hochaufmerksamen Wächtern bewacht. Wer sich zu auffällig beim Heranschleichen verhielt, wurde von ihnen ertappt und ins Verließ verschleppt. Trotz zahlreicher Gefangennahmen konnten sich die Angreifer behaupten und den Sieg davontragen.

Nach den ausschlagenden Ereignissen der langen Nacht folgte ein langer Tag mit kalten Duschen für harte Männer, der neben Rugby (Leiter gegen Kinder), „A zerlatschen“ und Stammweitwurf (nur Leiter, zur ökologischen Erdreichbelüftung), eine anspruchsvolle, aufregende und lehrreiche, sowie zeitintensive Schnitzeljagd beinhaltete. Die Gruppe wurde in sieben Kleingruppen geteilt, welche nacheinander losgeschickt wurden und auf dem Weg verteilte Aufgaben zu bewältigen hatten, bei denen ihnen Kompass und Karte zur Seite standen. Trotz der Hilfsmittel kam es teilweise zu großen Umwegen, auf die die Kinder durch Einsatz der auf Fahrrädern verteilten Leiter hingewiesen werden mussten. Der Tag klang noch in gemütlicher Lagerfeuerrunde bei Stockbrot und Gitarrenmusik aus.

Der nächste Tag stand unter dem Zeichen der Vorbereitung auf die Aufnahme der Brettener Kinder nach bestandener Wölflingsprüfung. Hierzu gab es verschiedene Stationen, bei denen für das Pfadfingerleben essentielle Fertigkeiten abgefragt wurden. Zu diesen gehören unter anderem Feuer machen, Knoten, Sägen, Orientierung, Planen knüpfen und Schlafsäcke in die Säcke stopfen :-) Während der Prüfung prüfte eine unabhängige Jury die Statik, Bauqualität und Ordnung der Kinderkohten. Die Gewinner waren die Säbelzahntiger aus Rüppurr. Gratulation! Danach konnten sich die Kinder noch bei Völkerball und anschließendem Gefängnisball (was ein unglaublicher Selbstläufer war, der fast eineinhalb Stunden lief) austoben.

Den feierlichen Abschluss des letzten Tages bildete die, leider durch Techno und Stunteinlagen gestörte, Aufnahme mit anschließendem Pagodenfeuer des Feuermeisters Säm und Tschai. Am letzten Tag verließen wir unser Dorf, nachdem wir es eingepackt und auf unsere Kutschen geladen hatten und zogen Richtung Heimat von dannen. In der Aufbruchshektik fiel leider Gottes die vorbereite Andacht ins Wasser.

Wieder zurück am Bahnhof übergaben wir die Kinder wohlbehalten ihren Eltern.

 

Bis zum nächsten Mal! Gut Pfad!

 

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