Stamm Geschwister Scholl - Rüppurr/Beiertheim
 
 
 

INHALT:

Afrikafahrt des AK Ranger/Rover 2010/2011

 

aus der anp

 

Nach einem Jahr Vorbereitungszeit war es für die 19 Ranger und Rover sowie 4 Teamer aus Baden endlich soweit: Auf nach Südafrika! Am 22.12.2010 stehen wir tatsächlich am Flughafen. Das Schneechaos hatte zwar etliche Flughäfen lahmge- legt, doch wir haben Glück – alles verläuft nach Plan. Als auch die letzten, deutlich später als gedacht, zur Gruppe stoßen, können wir um 5:00 Uhr früh einchecken. Nervosität macht sich breit, für einige ist es der erste Flug. Endlich startet der Flieger nach Amsterdam, von wo es weiter nach Johannesburg geht.

Ankunft 23:00 Uhr Ortszeit. Bis die Schlüssel unserer drei angemieteten Kleinbusse übergeben sind, vergeht eine Ewigkeit. Unsere erste Unterkunft ist das Girl-Guide-Centre in Johannesburg.
Wir sind überglücklich, als wir gegen 4 Uhr morgens endlich todmüde in die Betten fallen können. Zum Frühstück gibt es erntefrische Melonen, Bananen, Mangos, Ananas. Wie übrigens fast jeden Tag. Obst schmeckt einfach am besten, wenn es gerade frisch gepflückt wurde...

Die ersten Tage vergehen wie im Fluge. Wir unternehmen eine geführte Bustour durch Johannesburg, besuchen Museen zur Geschichte Afrikas und zur Geschichte der Rassentrennung. Zum Souvenirshopping gehen wir auf einen Markt. Dort gibt’s unzählige Stände mit afrikanischem Kunsthandwerk aus Holz, Stein oder Blech sowie Kerzen, Gemälde, Kleider und vieles mehr. Wer feilschen kann, ist hier klar im Vorteil.
Weihnachten so weit weg von zu Hause ist auch sehr spannend - und für viele das erste Mal, dass nicht zu Hause im Kreis der Familie gefeiert wird. Wir essen Mealie Pap (Maisbrei) und Schakalaka (verschiedene Gemüse in scharfer Soße). Dazu gibt es natürlich wie immer: vieeel Fleisch vom Grill. Gegessen wird für unsere Verhältnisse sehr spät, für afrikanische Verhältnisse pünktlich: um 23:00 Uhr. Wir tragen rote Zipfelmützen, singen und wichteln. Also alles wie zu Hause. Fast.


Am Nachmittag des 25.12.2010 besuchen wir ein Waisenhaus, in dem hauptsächlich Aidswaisen und aidskranke Kinder betreut werden. Ein Teil unserer Gruppe kümmert sich um das Mittagessen, während die Kleineren mit Kreisspielen (Bärenjagd, Pferderennen), fangen und Fußball bei Laune gehalten werden. Die älteren Kinder haben viel zu erzählen und berichten uns von ihren teilweise schlimmen Erfahrungen.

Der 26.12.2010: Wir machen wir uns auf den Weg nach Nelspruit, um unsere Partnergruppe zu treffen. Wir verbringen nahezu den ganzen Tag auf der Straße. Am Ende müssen unsere südafrikanischen Freunde – elf Pfadis zwischen 14 bis 16 Jahren – sogar auf uns warten. Das ist aber alles halb so schlimm, denn eines haben wir hier sehr schnell gelernt: „it starts when you (we) arrive“. Wir spielen zum Kennenlernen noch einige deutsche und afrikanische Spiele. Bei den afrikanischen Tanzspielen gibt es einen Vorsänger und die Gruppe reagiert dann auf seinen Text. Dann muss uns die Partnergruppe für diesen Tag auch schon wieder verlassen.


Mit Zelten im Gepäck brechen wir am 27.12.2010 in Richtung Swaziland auf und verbringen dort drei Tage im Hlane National Park. Wir werden von einem Strauß besucht, nachts von einem Elefanten – nur ein kleiner Zaun trennt uns von ihm. Natürlich darf eine Safaritour am frühen Morgen nicht fehlen. Löwen, eine Elefantenherde, Nashörner, Antilo- pen, eine Schildkröte, ein Nilpferd und zwei Giraffen lassen uns die Schönheit und Vielfalt der südafrikanischen Wildnis nur erahnen.

Ebenfalls unvergesslich ist die Silvesterfeier im WM-Fußballstadion von Nelspruit, das direkt gegenüber unserer Unterkunft, der Mataffin Scout Hall liegt. Auf der Bühne wird gesungen und die Menschen auf den Rängen singen mit und tanzen. Um Mitternacht entzünden alle eine Kerze, ein wunderschöner Lichteffekt. Die Menschen umarmen sich und wünschen sich ein glückliches neues Jahr. Wir sind dort die einzigen Weißen. Mehr als einmal erscheinen wir auf den Groß- leinwänden, da uns das Kamerateam im Fokus hatte, auch werden wir sogar offiziell von der Bühne aus begrüßt.


An den nächsten beiden Tagen verteilen wir uns nach einer gemeinsamen Begrüßung auf unsere Gastfamilien. Der Empfang ist wie gewohnt sehr herzlich und wir werden mit einer Menge leckerem Essen begrüßt. Ein weiterer Höhepunkt ist der gemeinsame Besuch eines Gottesdienstes, von den Gospelgesängen sind wir völlig beeindruckt. Aber auch wir tragen mit einigen Liedern einen Teil zur guten Stimmung bei.

Am 3. Januar startet dann endlich unser Projekt in Nelspruit: die Erarbeitung eines gemeinsames zweisprachigen Buches über Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Leben südafrikanischer und deutscher Jugendlicher bzw. Pfadfinderinnen und Pfadfinder.
Wir tauschen uns rege aus und lernen auch gleich viel. So beginnt und endet die Schule in Südafrika viel früher, d.h. die Kinder sind viel mehr zuhause. Außer Pfadfinden gibt es kaum andere Angebote für Kinder und Jugendliche. Oder Holz, in das der Blitz einmal eingeschlagen hat, wird nicht mehr verwendet da man fürchtet, dass dadurch böse Geister geweckt werden und der Blitz erneut in dasselbe Holz einschlägt. Bei Pilzen wiederum werden die Lamellen entfernt, da afrikanische Männer fürchten, davon impotent zu werden. Zu Hause kochen meistens die Frauen und Töchter, aber die Männer gelten als Gastgeber. Jungs haben immer mehrere Freundinnen parallel (was umgekehrt ja dann eigentlich genauso sein müsste). Natürlich verglichen wir auch Kochrezepte, Spiele, Bauten, Lagerfeuerarten und vieles mehr. Im Vordergrund stand und steht selbstverständlich das Voneinander lernen.

Die gemeinsame Zeit vergeht wie im Flug, am 7. Januar müssen wir schon wieder packen, um zu unserem finalen Abenteuer, ein kurzer Abstecher zum Blyde River Canyon im nördlichen Teil der Drakensberge, aufzubrechen. Dort übernachten wir direkt am Fuß der senkrecht aufsteigenden Felswände in kleinen Lodges und werden hier und da von Affen und Impalas besucht, die genau wie wir von den Mangobäumen angezogen werden. Hektisch wird es dann doch noch einmal, als sich Jan, einer der Teamer, einige Stunden vor Abfahrt zum Flughafen bei der morgendlichen Wanderung zu einem Wasserfall die Sprungbänder reißt.

Glücklich, müde, braun gebrannt und mit einem dicken Fuß fahren wir die ca. 600 km nach Johannesburg, teilweise im strömenden Regen durch die atemberaubenden Landschaften und können nicht glauben, dass schon alles wieder vorbei sein soll. Letztlich hat „the african way of life“ einen bleibenden Eindruck hinterlassen und uns eine spannende, abwechslungs- und erlebnisreiche Zeit beschert. Danke dafür.
Probier du es doch auch mal .

 

Index >> Erlebtes